ABSCHIED

  • Sonntagsruhe am Amtshaus in Blankenstein.
    Foto: Wolfgang R. Reimann

Ab 1957 wurden die Zweiachser-Züge auf der Linie 8 durch moderne sechsachsige Gelenkwagen abgelöst. Sie prägten den Fahrzeugeinsatz bis Ende der 1970er-Jahre.

Etwa zeitgleich, in den Jahren 1956 und 1957, wurde im Bereich der Henrichshütte, südlich von der unübersichtlichen und zunehmend unfallträchtigen alten Brucher Straße, eine neue Trasse angelegt.

Die neue Brucher Straße veränderte den Stadtteil nachhaltig. Das historische Haus Bruch und dessen in Teilen erhaltene Parkanlage wurden geopfert.

Für die Straßenbahn wurde eine moderne, im Bereich der neu angelegten Umsteigehaltestelle „Henrichshütte“ auch zweigleisige Trasse auf Höhe des alten Torhauses angelegt. Für die Hütte entstand dort 1962 ein modernes Verwaltungsgebäude.

Der Ausbau des letzten Teilstücks der Brucher Straße – der Anschluß an die Hüttenstraße – wurde Anfang der 1960er-Jahre fertiggestellt. Später erhielt der gesamte Straßenzug den Namen „Hüttenstraße“.

EINSTELLUNG

Die Straßenbahn profitierte – wie so oft im Ruhrgebiet – nur für kurze Zeit vom Ausbau der Straße: Am 30. Juni 1969 wurde die Linie 8 von Blankenstein bis zur Post in Hattingen verkürzt.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fuhren am 30. Juni 1969 die letzten Straßenbahnwagen durch die enge Hattinger Innenstadt: Der mit Blumengirlanden geschmückte Sonderwagen kam bei der Abschiedsfahrt nur schleppend voran. Viele Bürger wollten diese Fahrt miterleben oder ein letztes Foto machen.

  • Am 30. Juni 1969 wird die Straßenbahn eingestellt.
    Foto Jürgen Schröder - Sammlung Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V.

Als Ersatz für die Straßenbahn wurde die von Bochum Hauptbahnhof über die Königsallee und Stiepel nach Steinenhaus und Blankenstein verkehrende Omnibuslinie 52 bis zum zentralen Umsteigepunkt Hattingen Reschop verlängert. Gleichzeitig wurde die Linie auf Gelenkomnibusse umgestellt, um ein mit der Straßenbahn vergleichbares Platzangebot zu bieten.

Die Bezeichnung „Hattingen Reschop“ wurde nun auch für die Endstelle der Linie 8 verwendet, obwohl diese am alten Platz verblieb.