ERÖFFNUNG

  • Die Endstelle Blankenstein im Eröffnungsjahr - noch mit Umfahrgleis.
    Sammlung Peter Grothe - Sammlung Heimatverein Blankenstein e.V.

Mit dem Magistratsbeschluß vom Juli 1912 hatte man sowohl die Spurweite der neuen Straßenbahnverbindung (Meterspur), als auch den Streckenverlauf festgelegt.

Von der Endstelle am Bahnhofshotel Eichholz wurden im Verlauf der Bahnhofstraße die Gleise der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG genutzt. Von deren Endstelle an der Kaiserlichen Post sollte das bereits bestehende Gleis der Bergischen Kleinbahnen AG in der Großen Weilstraße bis zur „Gelinde“, einer schmalen, von der Großen Weiherstraße abzweigenden Gasse, befahren werden.

An der neu eingebauten Weiche „Gelinde“ begann die eigentliche Strecke der Hattinger Kreisbahn. Sie führte durch die Straßenschlucht der „Gelinde“ über die Heggerstraße in die Hüttenstraße. Auf diesem Teilstück lag das Gleis jeweils auf der rechten Straßenseite. In der Hüttenstraße wurden eine Ausweiche und die Zufahrt zum Betriebshof angelegt.

Von der Hüttenstraße folgte das Gleis weiterhin auf der rechten Straßenseite der Brucher Straße (benannt nach dem 1712 als Rittersitz gebauten Haus Bruch und nicht zu verwechseln mit der heutigen Bruchstraße) bis zur Henrichshütte. Auf dieser Strecke musste die Straßenbahn bis zur Kreuzung mit der Werkbahn und dem Sprockhöveler Bach ein erhebliches Gefälle bewältigen. Kurz hinter der Hüttenziegelei („Steinfabrik“) und dem inzwischen als Betriebskindergarten genutzten Haus Bruch erreichte die Strecke das Torhaus der Henrichshütte.

Hinter der parallel zur Hütten-Versuchsanstalt und den Instandhaltungswerkstätten in der Brucher Straße angelegten Ausweiche an der Henrichshütte zweigte das Gleis auf die Landstraße nach Welper und Blankenstein ab (in Welper Schulstraße, heute durchgängig Marxstraße). Es verblieb bis Blankenstein auf der linken Straßenseite. In Höhe der Siedlung Hüttenau gab es eine weitere Ausweiche.

In Blankenstein-Burg lag die als Ausweiche ausgeführte Endstelle mitten auf dem Marktplatz zwischen dem Amtshaus und der Conditorei Gieselmann.

Das Umsetzgleis auf dem Marktplatz wurde später entfernt. Ein Grund dafür war, dass Rangierarbeiten unmittelbar vor der abschüssigen Burgstraße sehr gefährlich waren. Mehr als einmal setzten sich die Triebwagen selbstständig in Bewegung. In einem Fall konnte der Triebwagen nur durch das erste Haus in der Burgtraße aufgehalten werden.

Die ersten durchgehenden Probefahrten zwischen Hattingen und Blankenstein wurden am 21. Februar 1914 durchgeführt. Am 12. März 1914 wurde die 4,67 Kilometer lange Strecke der Hattinger Kreisbahn genehmigt. Der fahrplanmäßige Betrieb wurde schließlich am 24. Juni 1914 aufgenommen.

Die Gleislänge der Hattinger Kleinbahn betrug 5,52 Kilometer. Wie vereinbart stellte die Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG die für die Betriebsführung notwendigen Fahrzeuge zur Verfügung: insgesamt zehn gerade gelieferte Triebwagen des Baujahres 1913.

Mitte der 1950er-Jahre wurde die Endstelle in Blankenstein unmittelbar vor die Eingangstreppe des Amtshauses verlegt. Da zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten Gelenktriebwagen erwartet wurden, blieb es bei einem Stumpfgleis.