WIRTSCHAFTSWUNDER

Aufgrund der Kriegsschäden musste der Betrieb auf allen Hattinger Straßenbahnlinien zwischen dem 10. April und dem 15. Mai 1945 ausgesetzt werden. Dann jedoch kamen bereits wieder erste Straßenbahnwagen vom Betriebshof Bochum-Weitmar in die Stadt. Nach und nach konnte der öffentliche Nahverkehr analog zur letzten Vorkriegssituation wieder aufgenommen werden.

Das 1947 von Peter Boehm aufgenommene Beitragsbild zeigt Triebwagen 558 an der Post in Hattingen (Sammlung Axel Reuther). Der nachfolgende Slider vermittelt anhand einiger Fotos aus der Heggerstraße das Ausmaß der Zerstörungen in der Hattinger Innenstadt im Zweiten Weltkrieg.

  • Besonders hart trafen die Bomben auch in Hattingen Wohngebiete wie die Heggerstraße.
    Sammlung Heimatverein Hattingen/Ruhr e.V.

Ab dem 1. März 1950 fuhren die Linien 8 und 18 wieder im Gemeinschaftsverkehr nach Recklinghausen. Der neue Partner war jetzt die am 1. Februar 1940 gegründete Vestische Straßenbahnen GmbH. Sie hatte im Oktober 1939 die Straßenbahn Herne – Recklinghausen übernommen. Die Fahrzeuge auf der Linie 8 nach Hattingen und Blankenstein stellte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, die auf der Linie 18 größtenteils die Vestische Straßenbahnen GmbH.

INTENSIVE BAUTÄTIGKEIT

In der Zeit vom 17. Juli 1951 bis zum 8. Mai 1955 war die Linien 8 in Herne aufgrund von Arbeiten an der Brücke über den Rhein-Herne-Kanal unterbrochen. Zu einer weiteren Unterbrechung kam es im Juli 1955 aufgrund von Bauarbeiten an der Hattinger Ruhrbrücke. Davon abgesehen, war die Verbindung von Recklinghausen nach Blankenstein über rund 20 Jahre mit 32,9 Kilometern die längste Straßenbahnverbindung im Ruhrgebiet.

Parallel zu den Brückenbauarbeiten an der Stadtgrenze von Herne nach Recklinghausen investierte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG ab 1952 in Bochum-Linden in den zweigleisigen Ausbau zwischen der Haltestelle Kesterkamp und der Haltestelle Röderschacht.

Das beginnende „Wirtschaftswunder“ machte sich langsam auch bei der Straßenbahn bemerkbar. Nach und nach tauchten modernere Straßenbahnwagen auf der Linie 8 auf: 1946 bis 1950 die modernen KSW-Beiwagen, 1948/49 die von der Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg gelieferten KSW-Triebwagen sowie ebenfalls 1949 die sogenannten „Aufbau“-Triebwagen.

Der folgende Slider enthält Impressionen aus dem Alltag der Linie 8 in der Nachkriegszeit.

  • Betriebshof Bochum-Wiemelhausen 1948: Triebwagen 551 wurde mit einem neuen KSW-Beiwagen
    für die Fahrt zur Henrichshütte in Hattingen bereitgestellt.
    Foto Emil Konrad - Sammlung Verkehrsmuseum Nürnberg

LINIE 28

Das Verkehrsangebot zwischen Bochum-Süd und Blankenstein wurde zu bestimmten Zeiten wie bereits in der Vorkriegszeit durch die Linie 28 ergänzt. Auch diese Betriebssituation hielt Peter Boehm 1947 an der Hattinger Post im Bild fest (Sammlung Axel Reuther):

1955 wurde der Linienweg der „28“ verkürzt. Jetzt fuhr sie von der Haltestelle Blankensteiner Straße in Weitmar zum Schauspielhaus.

Mit dem Fahrplanwechsel 1957 wurde das Angebot ausgeweitet. Jetzt fuhr die „28“ über die Oskar-Hoffmann-Straße und die Wiemelhauser Straße (Universitätsstraße) zum neuen Bochumer Hauptbahnhof. Von dort setzte sie ihre Fahrt über den Südring, die Viktoriastraße und den Umsteigepunkt Bochum Rathaus fort. Als neue Endstelle wurde der Gleiswechsel Riemke Mitte genutzt.

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