ÜBERBLICK

  • Hattingen - Panorama vom Winzer Berg: Eine der bekanntesten Ansichten der Stadt.
    Postkarte Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund - Sammlung Ludwig Schönefeld

Die Geschichte der heutigen Stadt Hattingen ist eng mit der Geschichte des Steinkohlenbergbaus an der Ruhr und der folgenden Industrialisierung durch die Eisen- und Stahlindustrie verbunden.

Bereits im 18. Jahrhundert erlebte der Kohlebergbau im Bereich des heutigen Stadtgebietes durch die frühe Mechanisierung und durch den ab 1780 vorangetriebene Ausbau der Ruhr als Transportweg für Kohle und andere Güter eine erste Blüte.

Die Entwicklung zur heutigen Stadt wurde jedoch erst durch die Gründung der Henrichshütte in Welper im Jahr 1854 angestoßen. Bis zur Einstellung des Hochofenbetriebs im Jahr 1987 war die Hütte der Wirtschaftsmotor der Stadt. Ihre Einwohnerzahl steigt dadurch von rund 10.000 im Jahr 1900 auf über 60.000 im Jahr 1990.

Die für den Hüttenbetrieb notwendigen Arbeitskräfte wurden sowohl im benachbarten Ruhrgebiet als auch im Bergischen Land rekrutiert. Vor diesem Hintergrund rechneten die Verkehrsplaner des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit einer hohen Nachfrage nach leistungsfähigen Verkehrsmitteln.

1869 wurden Hattingen und die Henrichshütte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung an das Netz der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft angeschlossen. Die rund elf Kilometer lange Verbindung folgte von Steele über Dahlhausen dem Tal der Ruhr. Am 15. Dezember 1869 wurde die Strecke durch die Behörden abgenommen, am 28. Dezember 1869 wurde auf der mittleren Ruhrtalbahn der Personenverkehr aufgenommen. Das Bahnhofsgebäude konnte nach zweijähriger Bauzeit am 15. Februar 1870 eingeweiht werden.

Am 1. Juni 1874 war auch die Weiterführung der Strecke von der Blockstelle Henrichshütte bis Vorhalle fertiggestellt, 1884 folgte eine Bahnverbindung nach Wuppertal.

Weitere 15 Jahre später, im August 1901 wurde als erste Nahverkehrsverbindung die Straßenbahnstrecke von Bochum über Linden nach Hattingen dem Betrieb übergeben.