HATTINGEN MITTE

  • 1966 war "Hattingen Reschop" die zentrale Umsteigehaltestelle für Bus und Bahn.
    Foto Dieter Höltge - Sammlung Stefan Höltge

1971 wurde der Personenverkehr der Deutschen Bundesbahn zwischen Hagen und Hattingen eingestellt. Das war gleichwohl nicht das Ende des Eisenbahnverkehrs in Hattingen: Die Verbindung von Steele über Dahlhausen nach Hattingen wurde ausgebaut und am 20. Mai 1974 als S 3 Oberhausen – Hattingen in das neue Schnellbahnnetz des Ruhrgebiets aufgenommen.

Damit hatte Hattingen zwar eine gute Verkehrsanbindung. Als Umsteigepunkt war der weit vom Stadtzentrum entfernt liegende Bahnhof gleichwohl nicht gut geeignet. Ein wichtiges kommunalpolitisches Ziel war deshalb der Neubau eines zentralen Umsteigepunktes zwischen S-Bahn, Straßenbahn und Omnibus: Hattingen Mitte.

In einem ersten Bauabschnitt wurde unter Nutzung eines Teils der ehemaligen Bahntrasse nach Wuppertal ab 1985 eine neue Stichstrecke vom Bahnhof Hattingen zum neuen Haltepunkt Hattingen (Ruhr), etwa 300 Meter vom Stadtzentrum entfernt. Am 3. Juli 1987 wurde die neue Strecke eröffnet. Der Haltepunkt wurde über eine Fußgängerbrücke mit dem Zentrum verbunden.

Wenig später rückte auch der neu angelegten Zentralen Omnibusbahnhof ZOB vom Wendeplatz hinter dem Hattinger Hochbunker an den S-Bahn-Haltepunkt heran.

In einem letzten Bauabschnitt wurde die Straßenbahn nach Hattingen-Mitte geführt. Dafür war es notwendig, die Bundesstraße 51 zwischen der Ruhrbrücke und Hattingen-Mitte neu auszubauen. Die Straßenbahn erhielt im Zuge dieser Arbeiten eine eigene, nach Stadtbahn-Standard parallel zur Bundesstraße 51 geführte Trasse nach „Hattingen Mitte“. 1994 wurde die Neubaustrecke eröffnet. Die alte Endstelle „Hattingen Reschop“ in der Bahnhofstraße konnte jetzt aufgegeben werden.

Das letzte große städtebauliche Projekt war in den zwischen 1998 und Juni 2002 der Ersatz der 1937 gebauten Hattinger Ruhrbrücke durch einen Neubau mit Anschluss an die Bundesstraße 51. Die im Stadtbahn-Standard geführte Straßenbahn und der Individualverkehr werden auf den als Hohlträger ausgeführten Brückenelementen separat über die Ruhr geführt.

Auf der Bochumer Seite wird die Straßenbahn in einer S-Kurve auf die bestehende Strecke nach Linden geführt. Für einige Zeit hatte diese an einigen Stellen noch den Charakter einer eingleisigen Überlandbahn mit Ausweichen.

Inzwischen ist die Verbindung von Bochum nach Hattingen auf ganzer Länge ertüchtigt. Als letztes Teilstück erfolgte zwischen dem 16. Juli 2007 und dem 31. August 2008 der zweigleisige Ausbau zwischen den Haltestellen Hattinger Straße und Kesterkamp.