NACH BOCHUM

  • Um 1905 hat ein Straßenbahnwagen soeben die Fahrt nach Bochum begonnen.
    Postkarte von Hermann Lorch, Dortmund - Sammlung Ludwig Schönefeld

Das durch den frühen Ruhrbergbau ausgelöste starke Industrie- und Bevölkerungswachstum in den Ortschaften Weitmar, Linden und Dahlhausen, vor allem aber das durch die Henrichshütte getragene starke Wachstum von Hattingen bewegte die Bochumer Kommunalpolitik, bei der Planung des künftigen Straßenbahnnetzes von Anfang eine Verbindung nach Hattingen vorzusehen.

Bereits am 5. August 1895 hatte das Landratsamt Bochum die Genehmigung zum Bau einer Straßenbahn zwischen Bochum und Weitmar gegeben. Am 10. Mai 1897 wurden die Pläne im Bochumer Magistrat erörtet. Am 22. Juni 1898 konnte das für die Stadtentwicklung von Bochum wichtige Amt Weitmar mit der neuen, 3,8 Kilometer langen Strecke an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden.

Rund drei Jahre nach der Eröffnung nach Weitmar, erreichte die Strecke am 19. August 1901 Hattingen. Zwischen Linden und Hattingen wurde sie als eingleisige Überlandbahn mit Ausweichen angelegt.

Das heutige Hattinger Stadtgebiet erreichte die Straßenbahn von Linden kommend auf der linken Straßenseite. Über die heutige Bochumer Straße wurde es in die Gemeinde Baak weitergeführt.

Die Endstelle der Straßenbahn lag zunächst in der Gemeinde Baak vor dem nördlichen Brückenkopf der 1875 eröffneten Hattinger Ruhrbrücke. Dort wurde für die Fahrgäste, die den Weg nach Hattingen zu Fuß bewältigen mussten, ein Kiosk errichtet. Er erinnerte noch über viele Jahre an die vorübergehende Endstelle in Baak.

Am 1. Oktober 1902 war das Gleis auch in der Brücke und in der Bahnhofstraße verlegt. Vor der Brücke wechselte das Gleis nunmehr stadteinwärts von der linken auf die rechte Straßenseite. Dise Gleislage wurde bis zur neuen Endstelle am Kaiserlichen Postamt beibehalten. Hier wurde eine großzügig bemessene Ausweichstelle angelegt.

Die Gesamtlänge der neuen Strecke von Weitmar nach Hattingen betrug ohne den in Linden nach Dahlhausen abzweigenden Streckenast 7,3 Kilometer.

Mit der Einführung von Liniennummern im Jahr 1907 erhielt die Hattinger Linie die Nummer 17. Sie wurde wenig später durch die Nummer 8 ersetzt.

Abgesehen von einem kurzen Intermezzo der Hattinger Strecken als Teil der Linie 2 (Herne – Hattingen) in der Fahrplanperiode 1912/13, wurde die 8 als Linienbezeichnung bis 1931 beibehalten.