KOMMUNALREFORM


Am 29. Juli 1929 wurde Stiepel im Zuge der kommunalen Neugliederung im mittleren Ruhrgebiet der Stadt Bochum zugeschlagen. Nunmehr beanspruchte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG die Strecken der Hattinger Kreisbahn auf Bochumer Stadtgebiet.

Nach längeren Auseinandersetzungen wurde die Hattinger Kreisbahn 1932 mit einem Schiedsspruch gezwungen, die Strecke von der Zeche Carl-Friedrich nach Stiepel / Frische und vom Amtshaus Stiepel über die Kosterbrücke bis zur Kreisgrenze in Lohfeld, insgesamt 6,3 Kilometer, an die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG abzutreten.

LINIE B

Bereits ein Jahr zuvor hatten sich die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Westfälische Straßenbahn GmbH unter dem auf beiden Unternehmen lastenden Druck der Wirtschaftskrise entschlossen, die Strecken von Bochum nach Stiepel und darüber hinaus bis Hattingen (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG / Hattinger Kreisbahn) und die Strecke von Bochum nach Lütgendortmund (Westfälische Straßenbahn GmbH) gemeinsam zu betreiben. Als Liniensignal für diesen Gemeinschaftsverkehr wurde das „B“ der Westfälischen Straßenbahn übernommen.

Das blieb so bis zur Aufgabe dieses Gemeinschaftverkehrs am 2. Januar 1936.

Das ursprüngliche Liniensignal „3“ wurde in dieser Zeit an Werktagen für Verstärkerwagen auf der Relation Bochum Rathaus – Altenbochum – Laer (Werner Hellweg) verwendet.

KURZE RÜCKKEHR DER 3 / 13

Zwischen Januar 1936 und Dezember 1937 kehrten die „3“ und „13“ noch einmal auf die Linie nach Stiepel zurück. Die Verstärkerwagen zwischen Bochum und Laer trugen in dieser Zeit das Liniensignal „24“.

Das Beitragsbild stammt aus dieser Zeit. Es zeigt einen für die Linie 3 ausgeschilderten Triebwagen abfahrbereit am Bahnhof Bochum-Nord. Hinter dem Linienwagen steht ein vermutlich als Arbeitswagen eingesetzter Weyer-Triebwagen. Die Reproduktion der seltenen Postkarte verdanke ich den Bochumer Eisenbahnfilmern Rolf und Achim Schlafke.

WECHSEL ZUR 5 / 15

Eine letzte Änderung vor dem Zweiten Weltkrieg war zum 1. Januar 1938 die erneute Einführung geänderter Liniensignale im Zusammenhang mit der Übernahme der Westfälischen Straßenbahn GmbH durch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG.

Die Linie von Bochum nach Stiepel / Frische erhielt jetzt die Nummer 5, die Linie zur Henrichshütte die Nummer 15. Zwischen dem Bahnhof Bochum-Süd und der Haltestelle Wiemelhausen Apotheke verkehrte ergänzend zu bestimmten Zeiten die Linie 25.