KOMMUNALREFORM


Am 29. Juli 1929 wurde Stiepel im Zuge der kommunalen Neugliederung im mittleren Ruhrgebiet der Stadt Bochum zugeschlagen. Nunmehr beanspruchte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG die Strecken der Hattinger Kreisbahn auf Bochumer Stadtgebiet.

Nach längeren Auseinandersetzungen wurde die Hattinger Kreisbahn 1932 mit einem Schiedsspruch gezwungen, die Strecke von der Zeche Carl-Friedrich nach Stiepel / Frische und vom Amtshaus Stiepel über die Kosterbrücke bis zur Kreisgrenze in Lohfeld, insgesamt 6,3 Kilometer, an die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG abzutreten.

LINIE B

Bereits im Jahr zuvor hatten sich die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Westfälische Straßenbahn GmbH unter dem auf beiden Unternehmen lastenden Druck der Wirtschaftskrise entschlossen, die Strecke von Bochum über Stiepel nach Hattingen (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG / Hattinger Kreisbahn) und von Bochum nach Lütgendortmund (Westfälische Straßenbahn GmbH) als durchgehende Linie zu betreiben. Als Liniensignal für diesen Gemeinschaftsverkehr wurde der Buchstabe „B“ von der Westfälischen Straßenbahn übernommen.

Das Beitragsbild von Emil Konrad, dessen Originalnegative sich inzwischen in der Sammlung des Verkehrsmuseums Nürnberg befinden, zeigt den inzwischen als „499“ bezeichneten ehemaligen Triebwagen 41 der ehemaligen Hattinger Kreisbahn auf der Linie am „B“ am Bahnhof Bochum-Süd. Der 1928 von der Mainzer Waggonfabrik Gastell gelieferte Triebwagen war mit aufgrund des Schleppdachs und des umlaufenden Schienenräumers leicht von den Gastell-Triebwagen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG zu unterscheiden. Er blieb wie der baugleiche Triebwagen 500 bis zum 16. September 1963 im Einsatz.

Der Gemeinschaftsverkehr auf der Linie „B“ wurde bis zur Übernahme der Westfälischen Straßenbahnen AG durch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG zum Jahreswechsel 1937/38 praktiziert.

Das ursprüngliche Liniensignal der Linie nach Stiepel, die Ziffer „3“, wurde nach der Einführung der Linie „B“ an Werktagen für Verstärkerwagen auf der Relation Bochum Rathaus – Altenbochum – Laer (Werner Hellweg) verwendet.

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