NACH WUPPERTAL

  • Von 1907 bis 1953 fuhr die Straßenbahn vom Bahnhof Hattingen nach Wuppertal.
    Foto D. Pott - Sammlung Jörg Rudat

Wie Bochum war auch die Stadt Elberfeld daran interessiert, die umliegenden Gemeinden mit modernen Verkehrsverbindungen zu erschließen. Vor diesem Hintergrund unterstützte Elberfeld die Gründung der Bergischen Kleinbahnen AG. Sie trieb von ihren Betriebshöfen in Benrath, Elberfeld und Neviges den Bau eines weitverzweigten, meterspurigen Stadt- und Überlandnetzes voran.

Für den Bau und Betrieb waren anfangs die E.A. Elektrizitäts AG, vormals Schuckert  & Co. (Berlin) und die Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Nürnberg) verantwortlich. Die einzelnen Strecken wurden zum Teil parallel erstellt und in einem zweiten Schritt als Netz zusammengefügt.

Nach Südwesten wurden Ronsdorf, Vohwinkel, Solingen, Hilden, Haan, Hilden, Ohligs, Benrath und Düsseldorf mit Elberfeld verbunden. Im Nordosten erreichte das sogenannte „Niederberg-Netz“ Neviges, Velbert, Heiligenhaus, Nierenhof, Kupferdreh, Steele und Werden.

Von der Zentrale in Neviges war bereits am 2. Mai 1899 die Strecke zum Rathaus in Langenberg in Betrieb gegangen. Von dort aus wurde das Netz nach einigen Jahren in Richtung Ruhrgebiet ausgebaut. Dazu entstand in Nierenhof eine neue Wagenhalle.

Sie war der Ausgangspunkt der am 29. März 1907 eröffneten, 4,8 Kilometer langen Verbindung nach Hattingen.

In Hattingen teilten sich die Straßenbahnzüge aus dem Bergischen Land zunächst die Endstelle mit der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. Schon schnell wurde jedoch deutlich, dass dies im laufenden Betrieb problematisch war. So wurde die Strecke über die Bahnhofsstraße um 720 Meter bis zum Bahnhof Hattingen verlängert. Die Endstelle bestand aus zwei Stumpfgleisen unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude. Am 18. Mai 1907 ging sie in Betrieb.

Die Angaben in den historischen Quellen zur Gleislänge deuten darauf hin, dass die Bergischen Kleinbahnen die Kosten für das zweite Gleis in der Bahnhofstraße übernommen hatten. Genutzt wurden sie von beiden Gesellschaften. Kurz vor dem Abzweig zum Bahnhof wurde die Strecke eingleisig, so dass bis zum zweigleisigen Ausbau der Ruhrbrücke nur ein einfacher Abzweig zum Bahnhof führte.